Die Lehre | Nachruf PDF Drucken E-Mail
von Mark Matousek

 Wirkliche Kommunikation und Heilung sind nur möglich durch Einstimmung auf das Selbst,

auf andere und auf Gott, sagt der christliche Mystiker Spyros Sathi, der unter dem Namen Daskalos bekannt ist.

Er ist einer der größten lebenden christlichen Mystiker, trotzdem ist Spyros Sathi - eher bekannt als 'Magus von Strovolos', als 'Meister', oder einfach 'Daskalos' ('Lehrer') - in diesem Land (Amerika), relativ unbekannt.

Obwohl er in seinem Heimatland Zypern seit seinem siebten Lebensjahr gelehrt hat, hat der 84 -jährige nie zuvor öffentlich in den Vereinigten Staaten gesprochen oder einem amerikanischen Journalisten ein Interview gegeben. Wie es Kyriacos Markides in seiner dreiteiligen Biographie beschreibt, sind Daskalos` Übungen legendär und meines Wissens unter zeitgenössischen christlichen Lehrern einzigartig. Es handelt sich um eine Art metaphysischer Praktiken, die man eher mit dem Hinduismus, mit tibetischem 

Buddhismus oder Schamanismus in Verbindung bringen würde als mit westlicher Tradition. Zum Beispiel bedient Daskalos sich häufig der Praxis der 'Exomatose', wodurch er bei vollem Bewußtsein seinen Körper verlassen und zu weit entfernten Orten und Dimensionen reisen kann, um anderen beizustehen, wobei er von 'unsichtbaren Helfern' begleitet wird.

Er sagt von sich, daß er sich seiner vergangenen Leben bewußt sei (in einem, so sagt er, war er der Wärter der Räume, in denen Jesus während seiner Aufenthalte bei den Essenern schlief) und daß er in der Lage sei, diese Inkarnationen willentlich wieder aufzusuchen.

Von Daskalos wurde berichtet, daß er Hunderte von Heilungen bewirkte, die in der Öffentlichkeit stattfanden, wie in der folgenden Situation, die ein italienischer Journalist in Markides` Biographie beschreibt:

Vor den Augen mehrerer Zeugen heilte Spyros Sathi einen dreijährigen Jungen aus England von Polio. Ich starrte neugierig die Frau aus England an, die ihr Kind hielt. Erst als sie den Jungen Spyros Sathi in die Arme legte, bemerkte ich, daß dessen linkes Bein mit einer Plastikschiene bedeckt war. Es war atrophiert und deutlich kürzer als das andere Bein... Spyros Sathi saß mit dem Kind in seinen Armen auf einem Stuhl und fing an, mit einem sehr süßen Ton in seiner Stimme zu ihm zu sprechen. Während er das tat, begann er, sanft über das kranke Bein zu streichen. Er zog einige Male daran, wie um es zu verlängern... Zehn, zwanzig Minuten mußten vergangen sein; ich kann mich nicht erinnern. Meine Augen hatte ich teils auf Spyros Sathi, teils auf das Kind fixiert. Plötzlich zeigte das Kind ein schmerzverzerrtes Gesicht. An diesem Punkt stellte er den Jungen auf die Füße, gab ihm einen leichten Klaps auf den Po und sagte, 'Jetzt lauf, mein Junge.' Und das Kind fing an, im Raum umherzulaufen. War es ein Wunder? War es Suggestion? Man kann beliebige Schlüsse daraus ziehen. Ich beschreibe nur, was ich gesehen habe.'

Trotz dieser ihm nachgesagten Kräfte weist Daskalos den Mantel eines Wundertäters zurück. 'Das sind Phänomene, mehr nicht', beharrt er. 'Wenn wir wüßten, wie die Natur arbeitet, würden wir sie nicht Wunder nennen.' Wie die meisten echten Mystiker, hat Spyros Sathi ein äußerlich unauffälliges Leben geführt. Er ist 1910 im griechischen Teil von Zypern, nahe der Stadt Strovolos, geboren und verbrachte seine Jahre als Staatsbeamter, Familienvater und Christ. Hinter dieser weltlichen Fassade aber war Sathi ein völlig anderer. Er versammelte einen Kreis von Schülern (die Erevna- oder 'Wahrheitssucher') um sich in der Stoa- einem besonderen Raum in einem Anbau seines bescheidenen Heims- Daskalos unterrichtete die Gruppe in esoterischer christlicher Weisheit, Kontemplation, Exomatose und der Entwicklung heilerischer Fähigkeiten. Eine solch große Seele würde in den meisten Kulturen als Mahatma, Schamane oder Curandero verehrt werden, Daskalos aber wurde vom orthodoxen Klerus in Zypern abgelehnt. Es wurden Anstrengungen unternommen, ihn als 'Magier mephistophelischer Ausmaße' aus der Kirche zu exkommunizieren, so Markides. Mit der Zeit, als Daskalos` Ruf zunahm und die Harmlosigkeit seiner Arbeit offensichtlich wurde, ließ die Kirche diese fehlgeleiteten Beschuldigungen fallen. So harmlos auch seine Arbeit sein mag, das gnostische System jedoch, das Daskalos lehrt, ist fast undurchdringlich für jemand, der nicht in seine Terminologie und Bildsprache eingeweiht ist, wie Tausende von uns während der zwei ausverkauften Vorträgen erfahren mußten, die Daskalos in der Stadthalle in New York City hielt. Er trat auf eine Bühne, auf der Hunderte Briefe und Photographien von Anhängern verstreut lagen, die Heilung suchten, führte uns in das Vaterunser, und sprach dann eine Stunde lang über den Ursprung des Universums, die psychonoetischen Ebenen, die 'Geist- Über-Substanz', die heiligen Erzengel, die 'unendliche absolute Seinsheit' (Gott), und die Mission des Joshua Emmanuel, des Christus. Während der große Mann im grauen Anzug auf geheimnisvolle Weise von Thema zu Thema streifte, versuchten viele von uns, obwohl durchaus versiert in Metaphysik, recht erfolglos dem Schwung seines Geistes zu folgen. Ich verließ beide Vorträge fasziniert, verwirrt, und überzeugt davon, daß Daskalos auf einer Ebene wirkt, die nur von wenigen erreicht wurde. Solch einen Mystiker zu interviewen, ist alles andere als einfach, wie ich am nächsten Tag in einem Hotel in der Stadtmitte Manhattans herausfand. Ängstlich, wie ich bereits war, wurde ich noch weiter überrascht, als dieser erstaunliche Mensch meine Hand ergriff und mir ganz unspektakulär mitteilte, daß er meine Gedanken lesen könne und genau wüßte, was ich fragen wollte. Nachdem er diesen Vorteil in den Raum gestellt hatte, ignorierte er viele meiner Fragen und erlaubte seinen Ausführungen, ihrem eigenen, selbstdiktierten Rhythmus zu folgen.

Common Boundary (Zeitschrift 'Allgemeine Grenze'):

Es interessiert mich, was Sie darüber sagten, daß Sie die Gedanken anderer Leute wahrnehmen. Ist das eine konstante Erfahrung für Sie ?

Daskalos: Das ist mir seit meiner Kindheit passiert; für mich war es etwas Natürliches. Ich wußte nicht, daß die anderen anders waren.

CB: Wann wußten Sie zum ersten Mal, daß Sie ein Lehrer sind?

D: Warten Sie einen Moment. Laßt uns dieses Wort 'Lehrer' klarstellen. Der Lehrer ist Joshua Emmanuel der Christus. Kein menschliches Wesen hat das Recht, sich selbst Lehrer zu nennen. Ich habe alle diese sogenannten Titel zurückgewiesen, die mir in verschiedenen Büchern verliehen wurden. Wir nennen die Mitglieder unseres Systems 'brüderliche Führer', allen anderen brüderlichen und schwesterlichen Führern gleichgestellt. Viele Hindus nennen mich Swami, Yogi, aber das ist unnötig. Und ganz bestimmt nicht das Wort 'Magus', um Gottes Willen.

CB: Sie sagten, Sie waren ein Junge zur Zeit Joshuas ?

D: Ja, ich kam im Alter von 10 Jahren zur Schule der Essener und war zum Rabbinat bestimmt. Joshua war in einer Zeit, in der er viele Schüler unterrichtete - er hatte viele Anhänger. Da ich ein Novize der Essener war, hatte ich das Glück, mich um die Räume zu kümmern, in denen er vier Tage eines Monats lebte, und ihm nahe zu sein, ihn innig zu lieben und anzubeten. Können die Menschen einander durch die menschliche Sprache verstehen? Nein- es ist die armseligste Art von Verständigung. In einigen hundert Jahren werden menschliche Wesen in der Lage sein, auf bessere Weise miteinander zu kommunizieren.

CB: Bis zu welchem Alter waren Sie dort?

D: Als ich 17 war, wurde er gekreuzigt. Diese 7 Jahre waren die beste Inkarnation, die ich je hatte. Ich habe drei oder vier vergangene Inkarnationen als ägyptischer Hohepriester und ich erinnere mich, als ob es meine Sprache wäre, an die Hieroglyphen und ihre Bedeutung. Ich habe diese Information an Ägyptologen gegeben. Obwohl ich also sehr seriöse Inkarnationen hatte, war mir sogar als einem Jungen von 10 Jahren bewußt, daß ich in Joshua etwas sehr Hohem nahe war.
Ich hatte damals bereits meine Fähigkeiten der Exomatose (Reise außerhalb des Körpers), und Joshua wußte das. Er lehrte diese Dinge, aber das Größte, das er mich lehrte, war Demut. (Wir wurden hier von einem Assistenten unterbrochen, der mich anwies, keine weiteren 'persönlichen' Fragen mehr zu stellen)

CB: Lassen Sie uns über das Leiden sprechen. Wir scheinen in einem sehr dunklen Zeitalter zu leben - die Hindus nennen es das Kali Yuga. Jeden Tag gibt es Gerüchte über die Apokalypse und Armageddon. Ist es nur unsere Wahrnehmung, daß wir in einem dunklen Zeitalter leben, oder sind wir tatsächlich am Ende eines Zyklus der Geschichte?

D: (die Frage mißbilligend) Das ist keine Entschuldigung! Gott hat uns alles im Überfluß gegeben - frische Luft zu atmen für jeden, die Übersubstanz des Geistes, so daß wir Gott erreichen können. Christus hat uns gelehrt, wie wir sie benutzen können! Was hindert den Menschen, Vernunft und Liebe einzusetzen, um sich selbst von dem aktuellen Zustand des Leidens zu befreien? Diese Gewohnheiten werden als Entschuldigung vorgebracht.

CB: Ich stimme zu, aber viele finden es einfacher, dem Zustand der Welt auf einem göttlichen Plan die Schuld zu geben.

D: Sehen Sie (er beugt sich vor und schaut mir tief in die Augen), Ich bekomme viel von Ihren Gedanken mit (lacht). Sie sind hierhergekommen, um mit mir über Psychologie zu sprechen. Aber was ist Psychologie? Was sind Psychometrie, Psychotherapie und Psychiatrie? Menschen gebrauchen das Wort 'Seele'—Psyche- und zerstören seine große Bedeutung. Meinen Sie mit 'Seele' das Verhalten der Persönlichkeit? Das ist nicht ganz korrekt. Das Verhältnis zwischen Seele und Persönlichkeit ist komplex. Die Persönlichkeit mag sündig sein, aber die Seele ist nicht sündig. Sie ist Gott. Die Seele kann nicht verletzt werden. Sie haben nicht eine Seele; Sie sind eine Seele. In unserem System sprechen wir von etwas anderem, das wir die permanente Persönlichkeit nennen. Das ist der Zustand zwischen Zeit- und Ort-Inkarnationen, der keinen Namen hat, außer dem Ich-bin-Ich. Diese permanente Persönlichkeit geht tatsächlich in die Seele ein. Dieses Ich-bin-Ich, das aus dem grobmateriellen Körper scheidet, erinnert sich an alles.

CB: Ich erinnere mich aber nicht an meine früheren Inkarnationen.

D: Das ist Teil der göttlichen Gnade, den Menschen die Möglichkeit zu geben, voranzugehen, ohne Reue über die begangenen Sünden zu fühlen. Die Menschen mißverstehen die Gnade Gottes.

CB: Wollen Sie damit sagen, daß Unwissenheit eine Form der Gnade ist?

D: Ja. Natürlich hat Unwissenheit viele Bedeutungen. Aber wenn Sie sich auf Ihre permanente Persönlichkeit einstimmen, dann werden Sie sich erinnern. Dann sind Sie aus Ihrer Unwissenheit heraus. Lassen Sie uns über das Heilen sprechen. Psychotherapie und alle Formen von Heilung nutzen die Geist-Übersubstanz, das Prinzip, das der Existenz zugrundeliegt. Der Geist bewegt sich als Energie durch Sie hindurch und wird dem Mitmenschen gegeben, damit er geheilt wird. Aber wer tut die Arbeit? Einige sogenannte Psychotherapeuten sagen, daß sie Erfolge haben. Ganz bestimmt haben sie die, aber haben sie ihre eigene Ego-Persönlichkeit nicht geheilt und sagen weiterhin 'Ich, Ich, Ich habe das getan', und meinen damit ihre Persönlichkeit. Sie tun überhaupt nichts! Es ist Er, der die Heilung bewirkt, nicht Ich. Das ist die große Wahrheit. Sie müssen Ihr Bewußtsein leicht machen, damit diese Vitalität, die ich Ihnen schicke, Ihnen helfen kann, das zu entdecken: Keiner kann geheilt werden, der dessen nicht würdig ist.

CB: Würdig!

D: Ja. Kein Psychotherapeut hat das Recht, sich Heiler zu nennen, weil der Heiler Gott ist. Ein Mittler! Ja, bei vielen Gelegenheiten habe ich gelernt, wie ich diese ätherische Vitalität bekomme und sie einem anderen gebe. Aber diese Heilungen hängen nicht von meinem Willen als Persönlichkeit ab, sondern vom Willen Gottes. Es hat Fälle gegeben, wo diese ätherische Vitalität durch mich hindurch und wieder zurückgeschickt wurde. Wenn das dreimal hintereinander geschieht, höre ich auf. Es ist nicht der Wille Gottes, daß Heilung auftritt.

CB: Also können Sie nicht voraussagen, was passieren wird?

D: Bevor ich eine Person treffe, weiß ich nicht, ob es geschehen wird, aber wenn meine Aura die seine berührt, fühle ich sofort, ob er geheilt wird oder nicht. Dann schicke ich ätherische Vitalität. Atrophierte Beine werden länger- alle Arten von Dingen geschehen, die man Wunder nennt. Aber ich wiederhole, sie sind keine Wunder. Sie sind Phänomene. Das ist die ganze Wahrheit. Nichts hängt von mir ab; es ist alles Gott.

CB: Mit anderen Worten, alle diese Phänomene liegen im Bereich des Möglichen jedes Menschen

D: Wenn sie nicht möglich wären, wie könnte es denn getan werden?

CB: Für begabte Menschen wie Sie, scheint das auf der Hand zu liegen. Aber nicht jeder ist sich bewußt, solche Fähigkeiten zu haben.

D: Es ist wahr, daß ich diese Dinge seit der Kindheit hatte. Meine Mutter wußte es, und jeder wußte es. Aber ich habe immer gedacht, es wäre etwas, das jeder tun könnte. Vielleicht ist es in meinem Fall die Arbeit von vielen Inkarnationen, die Verschmelzung meiner permanenten mit der Seelenpersönlichkeit. Wer kann es sagen! Was ich weiß, ist daß es nicht nur die Gunst Gottes ist. Man muß verdienen und gewinnen, was man hat.

CB: Wenn wir von Gott sprechen, wie können Skeptiker und Atheisten an ihren Zweifeln über die Existenz des Göttlichen arbeiten?

D: Ich glaube nicht, daß es Atheisten gibt; es gibt nur Menschen, die sich selbst täuschen. Oft haben sie viel von Gott in sich, ohne es zu wissen. Ich habe einmal mit dem Botschafter von Rußland gesprochen. Ein sehr berühmter Mann und ein guter Denker. Plötzlich sagte er 'Mein Gott, mein Gott'. Ich sagte 'Oh, glauben Sie an Gott!' . Diese Frage verwirrte ihn, und er bat mich, zu erklären, was Gott sei. Ich sagte, er könne es Liebe nennen, Verständnis, ein Gefühl in der Seele. Ich gab ihm das Beispiel eines reichen Mannes, der sich selbst einen Christen nennt, aber der stiehlt und gierig ist, und andererseits eines armen Schluckers, der nie von Gott spricht, aber der sein Stück Brot, das er hat, mit einem hungrigen Kind teilt. Obwohl weder der Mann noch das Kind ihren Hunger stillen werden, wird der Mann das Gefühl von Befriedigung in seiner Seele haben und viel von Gott in sich. Der Botschafter schien immer noch nicht zu verstehen. Ich sagte, 'Wenn ich Sie frage, was Elektrizität ist, kann es sein, daß sie es nicht wissen. Aber Sie wissen, was sie tun kann.' Er sagte, 'Ich verstehe immer noch nicht, obwohl ich es will!' Ich sagte, 'Durch Innenschau werden Sie verstehen, Euer Exzellenz.'

CB: In Ihrem System betonen Sie, daß das Gehirn und der Geist nicht dasselbe sind.

D: Eine Batterie ist nicht Elektrizität! Wenn ich über schwierige Dinge meditieren muß, gehe ich aus meinem Körper heraus und benutze den Geist direkt, nicht das Gehirn. Einer meiner Schüler war in Amerika, wo in einer Kaffeebar eine Schlägerei ausbrach. Jemand zog ein Gewehr und schoß und die Kugel zerstörte einen großen Teil seines Gehirns. Sie nahmen die Kugel heraus, und die Ärzte in Amerika sagten, wenn er überlebte, wäre er nicht imstande zu gehen, sprechen oder zur Toilette zu gehen. Der Junge war um die 26. Zwei Ärzte brachten ihn zu uns nach Zypern zurück. Ich begann zu versuchen, seine Seele aufzurufen, die Kontrolle zu übernehmen. Ich kann nicht sagen, daß es nicht sehr schwierig gewesen wäre; es war schwierig. Wissen Sie, was passiert ist! Der Junge, der nicht sprechen konnte, als er ankam, sagte den Ärzten: ' Ich will aufstehen und gehen.' Sie wollten es ihn nicht versuchen lassen, aber ich habe ihnen gesagt, sie sollten ihn alleine lassen. Dieser Mann arbeitet heute in Zypern und niemand weiß, daß er einen solchen Unfall hatte. Die orthodoxe Wissenschaft weiß sehr wenig über das Leben. Man nennt solche Ereignisse Wunder. Nein! Sie sind Phänomene, sie in der Gnade der absoluten Über-Intelligenz erscheinen, die wir Gott nennen.

CB: Es wird berichtet, daß Sie sich willentlich durch Zeit und Raum bewegen können, bei vollem Bewußtsein.

D: Ja, ich kann das, aber nicht mit meinem menschlichen Geist (lacht). Sie haben gerade etwas erwähnt, das die Menschen nicht verstehen- Bewegung. Was ist Bewegung? Sie sagten 'in der Zeit bewegen', und implizieren damit, daß es Bewegung in Zeit und Raum gibt. Aber wenn Sie sich auf das kosmische Gedächtnis einstimmen, auf die höheren Ebenen des noetischen Plans, und Sie etwas in der sogenannten Akaschachronik sehen wollen, trifft dies nicht zu. Wenn ich will, kann ich durch die Einstimmung meines Geistes in einigen Minuten alles wissen. Es ist schwierig, offen über diese Dinge zu sprechen, aber es gibt in der menschlichen Natur göttliche Kräfte, wenn man weiß, wie es sich anfühlt, Gott zu sein.
Durch Exomatose ist man in der Lage, Erfahrungen von anderen Orten und Zeitabschnitten zu erlangen. Man ist in der Lage, sich an alle vergangenen Inkarnationen und alles in den Inkarnationen zu erinnern. Vorher erinnert man sich an nichts.

CB: Vermehrt das Ihren Schmerz?

D: Ja. Aber es ist auch eine göttliche Segnung. Ich stimme mich oft auf vergangene Inkarnationen ein. Jede ist wie ein Buch, das ich geschrieben habe. Es ist auf meinem Regal.

CB: Wieviele waren da?

D: Hunderte. Es spielt keine Rolle. Ich kann aufstehen und sie wieder lesen, wieder leben, nichts ist verloren. Ich gehe in ein Leben hinein und sehe Dinge. Christentum gründet nicht auf Dogmas. Christentum beruht nur auf zwei Anweisungen: Liebe Gott mit Deinem ganzen Herzen, Seele und Intelligenz; und liebe jedes andere Wesen wie Du Dein eigenes Selbst liebst: nicht wie auf einem Fernsehbildschirm, sondern dreidimensional. Man befindet sich in einer dreidimensionalen Welt, aber man kann nichts ändern, wie ein Sänger auf einer Plattenaufnahme nichts ändern kann. Aber die göttliche Gnade ist so, daß man die Lektionen dessen verstehen kann, was man sieht.

CB: Ein inkarnierter tibetischer Lama sagte mir, daß es der Geist der Weisheit, nicht der weltliche, biographische Geist ist, der von Leben zu Leben weitergeht.

D: Er spricht über die Seelennatur. Viele kraftvolle tibetische Lamas sind zu mir gekommen. Vor einigen Jahren traf ich den Panchin Lama, der in Athen war, auf dem Weg nach London. Das war ziemlich interessant. Erstens, woher kannte er mich. Nicht von meinem grobstofflichen Körper. 'Zufällig' war ich im Haus eines Freundes einen Kilometer vom Aufenthaltsort des Panchin Lamas entfernt, ohne daß ich wußte, daß er in Athen war. Jemand rief an und sagte, daß der Lama sehr erfreut wäre, wenn ich ihn besuchte. Ich ging hin und fand ihn in einem großen Raum mit einem gelben Teppich. Er war in einer orangen Robe, saß auf einem Kissen. Ich zog nach seinem Brauch die Schuhe aus und setzte mich neben ihn. Er hielt seinen Rosenkranz in seiner Hand und überreichte sie mir. Ich nahm meinen Rosenkranz aus meiner Tasche und gab sie ihm. Wir saßen fünf Minuten lang da und sahen uns an. Kein Wort in irgendeiner Sprache der Welt wurde gesprochen. Er wollte mir meinen Rosenkranz zurückgeben, und ich zeigte ihm, daß er ihn behalten sollte, weil die Perlen kostbar seien. Ich stand auf und zog meine Schuhe an. Der Gastgeber sagte zu mir: 'Warum gehen Sie, ohne überhaupt seine Stimme gehört zu haben?' Ich sagte ihm, daß wir mehr gesagt hatten, als Menschen sich in fünf Jahren täglichen Kontakts sagen können. 'Ich habe ihm soviel Liebe gegeben, und soviel Liebe von ihm bekommen, daß ich glücklich bin.'
Also, was ist das? Können Menschen einander durch menschliche Sprache verstehen? Nein- es ist die ärmste Form menschlicher Kommunikation. In einigen hundert Jahren werden die Menschen in der Lage sein, auf bessere Art zu kommunizieren. Zum Beispiel, wenn Sie mir sagen 'mein Haus' kann ich, indem ich mich auf Sie einschwinge, genau wissen, wie Ihr Haus aussieht. Aber jemand, der sich nicht einschwingen kann, wird nicht wissen, was Sie meinen. Er wird denken, daß Ihr Haus ist wie sein Haus. Also, wenn man das Wort 'Haus' in der gesprochenen Sprache sagt, bedeutet es nichts.
Wenn Menschen die Ebene unserer Lehre erreichen, werden sie in der Lage sein, weitaus klarer zu kommunizieren. Aber auf dieser Ebene gibt es keine Geheimnisse oder Heuchelei, weil man die Gedanken der Mitmenschen kennt.

CB: Sie können den Geist anderer lesen!

D: Es ist nicht Lesen. Wenn man sich einschwingen kann, weiß man einfach alles. Diese Lehren waren Mystikern vergangener Jahrhunderte bekannt und werden der kommenden Wissenschaft bekannt werden.

CB: Das bringt uns zur Frage des zeitgenössischen christlichen Mystizismus. Viele Westler, die nach mystischem Training hungern, gehen zu den Buddhisten oder den Hindus oder Sufis auf der Suche nach Unterweisung und Inspiration. Wo sind die erleuchteten christlichen Mystiker von heute?

D: Sie haben das Neue Testament. Lesen Sie es. Studieren Sie es. Sie brauchen nichts sonst. Ich hatte einen Schüler, ein Schullehrer in Zypern, der fünf Jahre in unseren Zirkeln war. Er sparte und sparte, um nach Indien zu gehen. Schließlich bekam er ein Jahr frei und kam zu mir und sagte: 'Daskale (die vertraute Anrede), ich gehe nach Indien.' Ich halte nie Leute davon ab, etwas zu tun. Wie auch immer, er ging zu einem Guru und saß nahe bei ihm. Der Guru war sehr machtvoll und lehrte ihn viele Dinge. Gegen Ende des Aufenthalts fragte der Guru ihn: 'Warum bist du hierhergekommen?' Er sagte: 'Das frage ich mich auch. Ich habe nichts gelernt, was mich nicht auch mein Lehrer in Zypern gelehrt hätte.' Der Guru sagte : 'Geh zu ihm und versuche zu verstehen, was er sagt, nicht was du verstehen willst.' Das ist der Punkt: Fokussiere dich nicht auf das, was du willst, daß die Lehren bedeuten, sondern auf die Lehren selbst. Sogar wenn du den größten Lehrer hast, wenn du nicht bereit bist, zu verstehen, was er sagt, wird es keinen Nutzen haben.

CB: Sind Sie der christlichen Kirche von heute gegenüber kritisch, wo Frauen keine ordinierten Priesterinnen sein, Homosexuelle nicht heiraten dürfen, und so weiter?

D: In unseren Tagen ist alles entstellt. Christentum gründet sich nicht auf Dogmen - das sind menschliche Schwächen. Alle Dogmen enthalten in sich die Schwächen derer, die regieren. Wahres Christentum basiert auf zwei Anweisungen: Liebe Gott mit deinem ganzen Herzen, Seele und Intelligenz; und liebe jedes andere Wesen wie dich selbst. Was nicht so ist, ist kein Christentum für mich.

CB: Wenn Sie mit jemandem arbeiten, der stirbt, können Sie dieser Person beim Übergang helfen?

D: Mit Tod meinen Sie Wandel. St. Paul sagt, 'Ich sterbe jeden Tag.' Sie kamen als Spermatozoe in dieses Leben. Der Same wurde Schwangerschaft, ein Junge oder ein Mädchen, das auf dem Boden spielt. Wo sind diese Kinder jetzt? Tot. Was bedeutet 'tot'? Nicht länger existent in der grobstofflichen Welt. Was werden Sie in 30 Jahren sein, wenn Sie auf dieser Ebene noch leben? Keine einzige Zelle Ihres Körpers wird noch 'Sie' sein. Du stirbst ununterbrochen. Materie hinein, Materie hinaus. Wie die orthodoxe Wissenschaft jetzt herausgefunden hat, wird Materie nicht zerstört, sondern transformiert in etwas anderes und etwas anderes. Als Persönlichkeit ändern Sie sich auch die ganze Zeit. Aber Ihr Ich- heit, Ihr Atma, ist die gleiche.Mit der Zeit drückt diese Ich- heit sich auf den verschiedenen Ebenen des Bewußtseins aus. Entsprechend dem Gesetz der Dualität, haben Sie zwei Persönlichkeiten: die veränderliche Persönlichkeit und die permanente Persönlichkeit, die Ich- heit. Das Ziel unseres Systems ist es, den Menschen zu helfen, den Unterschied zu erkennen, das Ding zu finden, das du bist und das Leben ist. Also existiert der Tod nicht. Es gibt einen Übergang, vom grobstofflichen Körper in die psychische Welt.

CB: Können Sie wissen, wann Sie Ihren Körper verlassen werden?

D: Natürlich.

CB: Eine letzte Frage. Wird Jesus wiederkommen?

D: Erinnern Sie sich daran, daß Joshua gesagt hat, 'Ich bin', nicht 'Ich war'. Er ist heute hier, und jeder kann sich auf die Christheit einstimmen. Früher oder später werden alle Menschen diese Wirklichkeit in sich selbst erkennen.

Fotografien© Paula Allen; Common Boundary; Common Boundry
Written Material © Mark Matousek, Common Boundary.

 
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